| Pallandt, Paland, Freiherren. Reichsfreiherrenstand. Bestätigungsdiplom
des alten, angeblich 1316 ertheilten Freiherrenstandes vom 12.Juli
1675. Altes, niederrheinisches Adelsgeschlecht welches das Erbmarschallamt
von Cleve und das Erbschenkenamt von Geldern, so wie bedeutende Herrschaften
besass. – Bucelinus leitet das Geschlecht nach einem Diplome von K.
Friedrich III. aus königlich polnischem Geblüte her und beginnt die
ordentliche Stammreihe nach Wiprecht Germinezki, welcher bei dem K.
Carl d. Gr. In hohem Ansehen gestanden und sich zuerst v. Pallandt
oder Paland, zweifelsohne von dem im Herzogtum Jülich unweit Düren
gelegenen Schlosse Paland, genannt haben soll. Rüdiger P., ein Sohn
Wilprands P., welcher um 961 lebte, ererbte mit seiner Gemahlin Johanna
von Bredebend (Breitenbend) der letzten ihres Geschlechts, die Herrschaft
Bredebend im Jülischen und erhielt 1316 den freiherrlichen Titel.
Später, gegen Ausgang des 15.Jahrh. erhielt ein Anderer dieses Namens
durch seine Gemahlin, Tochter des Vicomten Robert v. Alpen, die Herrschaft
Alpen unweit Rheinsberg. Die Nachkommen desselben schrieben sich Vicomten,
doch ging später die Linie wieder aus. Elbertus P. brachte zu Anfang
des 16.Jahrh. das Erbmarschallamt im Herzogthume Cleve an seine Familie.
Hieronymus P. war 1519 Bischof zu Bisantz und Florentius P. wurde
1555 Graf zu Culmburg am Leck in Geldern und durch die Tochter desselben,
Elisabeth , kam die Herrschaft Paland nebst anderen Gütern an die
Grafen v. Waldeck. Adolph Werner v. P. war 1651 kurbrandenb. Staatsminister
, Carl Ebert v. P. , Domherr zu Osnabrück und Andreas Adolph v. P.
, holländischer Generallieutenant, lebten noch 1710 und ein holländischer
General der Infanterie Freih. V. Pallandt starb 1738 als Gouverneur
zu Dornick. – Ein mit dem deutschen Orden nach Liefland gekommener
Zweig, aus welchem 1527 Dietrich v. P. des deutschen Ordens Ritter
und Hans v. P. Commandant zu Revel war, ist im Laufe der Zeit ausgegangen,
im Heimatlande aber hat dasselbe fortgeblüht und die Aufgabe des N.
Preuss. Adelslexicons ,dass dasselbe im Rheinlande längst ausgestorben
sei und nur noch eine Linie in den Niederlanden bestehe, ist unrichtig.
Die Familie sass noch 1829 zu Bleialf im Kr. Prün und zu Wildenburg
im Kr. Gemünd und Franz Anton Freih. v. P., Wilh. Joseph, Christoph
Reinhard und Mariane geb. v. Broich, Wittwe von Wilh. Ludwig Freih.
v. Palland, wurden laut Eingaben d. d. Wildenburg, 17.Juni 1829, Cronenburg,
Reg.-Bezirk Aachen, 17.Juni 1829, Bleialf, Reg.-Bezirk Trier, 27.Aug.
1829 und Aachen , 8.Aug. 1829 in die Freiherrenclasse der Adelsmatrikel
der preuss. Rheinprovinz unter Nr. 22, 61, 57 und 56 eingetragen. |